
27. März – Welttag des Theaters
Das Theater als Ort der kulturellen Begegnung, an dem die Auseinandersetzung mit Kunst und Kultur als wesentliche Bereicherung des Lebens gesehen wird. Das Theater Akzent bietet einen vielfältigen und abwechslungsreichen Spielplan mit Kabarett, Theaterstücken, Kinder- und Jugendproduktionen, Lesungen, Konzerten, Musicals, Festivals, Tanzaufführungen und interkulturellen Projekten für ZuseherInnen jeden Alters, gesellschaftlich aktuelle und künstlerisch ansprechende Produktionen aus dem In- und Ausland mit dem Fokus auf ein multikulturelles, barrierefreies und grenzübergreifendes „Kultur (er)leben“.
Mag. Wolfgang Sturm, Direktor vom Theater Akzent hat zum Welttag des Theaters am 27.03. für Zackzack-Clubmitglieder seinen persönlichen Rückblick auf das Jahr 2020 und seine Zukunftsvisionen verraten.
„Warum brauchen wir das Theater gerade jetzt?“
WS: Ich denke, Theater gibt dem Menschen die Möglichkeit sich mit vielfältigen Themen auseinanderzusetzen, die eigene Seele zu erforschen, sich in Geschichten fallen zu lassen, in andere Welten/Kulturen hineinzudenken. Es ist für das eigene Wachstum ein wichtiger Impulsgeber und ein unverwechselbares Live-Erlebnis. Durch den gemeinsamen Besuch mit anderen Menschen erfüllt es auch eine wichtige soziale und kommunikative Funktion.
„Was erwarten Sie im Jahr 2021? Was wünschen Sie sich für die Zukunft des Theaters?“
WS: Leider bin ich für das heurige Jahr pessimistisch. Das Programm bis Ende Juni 2021 zerfällt immer mehr (ausländische Produktionen, Weiterbildungsinstitutionen, die nicht proben können…). Angesichts der gegenwärtigen Infektionszahlen und der Mutationen werden die Theater m.E. frühestens im Mai öffnen können und dann wird es eine Frage der Einschränkungen sein. Ein 2-Meter Abstand oder eine Begrenzung auf 100 Personen würde für niemanden der Beteiligten einen Sinn machen. Im Sommer haben wir Umbauarbeiten, die leider aufgrund einer Ausschreibung und von Lieferfristen nicht vorverlegt werden können, und daher kein Programm. Somit glaube ich, dass wir ab Herbst zumindest mit halber Kapazität und wahrscheinlich FFP2-Maskenplicht öffnen können, was natürlich bei weitem nicht kostendeckend sein wird.
„Wie ging es Ihnen im letzten Jahr und wie geht es Ihnen im Moment?“
WS: Seit mehr als einem Jahr besteht die Arbeit im Theater nur aus Absagen, Verschieben und Rückabwicklung gekaufter Eintrittskarten. Es gibt keine Planungssicherheit aufgrund äußerst kurzfristiger Ankündigungen. Das ist für alle Beteiligten ungeheuer frustrierend. Als Theater mit einem Eigendeckungsgrad von ca. 78% sind wir zumindest dankbar für das Instrument der Kurzarbeit und für den NPO-Fonds, auch wenn letzterer mit großer Zeitverzögerung kommuniziert wird. Das Theater Akzent ist u.a. ein wichtiger Spielort für Kinder- und Jugendtheater sowie für Aus-und Weiterbildungsinstitutionen. Gerade hier wurde den Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit genommen, Ihr Können auf der Bühne unter Beweis zu stellen oder einfach nur altersgerechte Stücke zu besuchen.
Für die Zukunft wünsche ich mir u.a.:
- dass das Publikum uns weiterhin treu bleibt und auch in Zukunft unser Haus gerne besucht
- dass es weiterhin ein Live-Erlebnis bleibt
- dass die Politik den Stellenwert der Kunst, des Theaters entsprechend wahrnimmt und würdigt
- dass die Einnahmenausfälle 2021 auch noch gedeckt werden, also solange es eben Einschränkungen im Spielbetrieb aufgrund der Pandemie gibt.
Was vermisst ihr?
Die Theater des Landes sind geschlossen, Proben abgesagt oder auf unbestimmte Zeit verschoben. Die Aussicht auf eine baldige Rückkehr auf die Bühne ist ungewiss, Kultureinrichtungen und potenzielle Besucher müssen sich weiter gedulden.
Könnt ihr euch noch an euren letzten Theaterbesuch erinnern? Was habt ihr gesehen? Welche kulturellen Veranstaltungen vermisst ihr besonders und warum genau diese?








