7. April – Weltgesundheitstag

Seit den 1950er Jahren wird am 7. April der Weltgesundheitstag begangen, er erinnert an die 1948 gegründete Weltgesundheitsorganisation (WHO). Jedes Jahr wird ein global relevantes Thema festgelegt.

2021 richtet sich der Fokus erstmals auf den Schwerpunkt der gesundheitlichen Chancengleichheit. Das diesjährige Motto lautet: „Schaffung einer gerechteren, gesünderen Welt“ (Building a fairer, healthier world)

Trotz ständiger Verbesserungen im Niveau der gesundheitlichen Versorgung der Weltbevölkerung, ist nach wie vor ein massives Ungleichgewicht vorhanden. Die Corona-Pandemie hat dies vor allem in sozioökonomisch schwachen Gruppen weiter verschärft.

Viele Menschen sind auf Grund ihres sozialen Status Krankheiten stärker ausgesetzt und haben einen weniger guten Zugang zu einer hochwertigen Gesundheitsversorgung. Auch die negativen Folgen sind für ökonomisch schwache Gruppen deutlicher spürbar.

Anlässlich des Weltgesundheitstages haben wir Stimmen und Beiträge aus der österreichischen Politik angefragt und hier zusammengetragen.

Wir müssen auf Augenhöhe zusammenarbeiten – europaweit, weltweit

Beitrag: Ralph Schallmeiner, Abgeordneter zum Nationalrat, Gesundheitssprecher der Grünen

© Thomas Rammerstorfer

Der diesjährige Weltgesundheitstag steht unter dem Motto „Building a fairer healthier world“. Gerade die aktuelle Pandemie zeigt uns, wie vernetzt unsere Welt ist, wie sehr eine gesundheitliche Bedrohung in einer Region der Welt zur globalen Herausforderung werden kann. Wenn wir gemeinsam diese Herausforderung meistern wollen, dann müssen wir auf Augenhöhe zusammen arbeiten – europaweit, weltweit. Wir müssen sicher stellen, dass Therapie und Behandlung ebenso wie Prävention und Medikamente überall zugänglich und verfügbar sind. So wie wir derzeit in Europa versuchen, gemeinsam mittels Impfungen die Covid-Pandemie in den Griff zu bekommen, braucht es eine ähnliche globale Kraftanstrengung – auch in weiteren Bereichen, um eine fairere, gesündere Welt für alle zu bauen.

Gesundheit ist mehr als Covid. Die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen darf nicht übersehen werden

Beitrag: Gerald Loacker, Abgeordneter zum Nationalrat, Gesundheitssprecher der NEOS

Den Blick auch auf andere schwere Erkrankungen und die psychische Gesundheit richten

Beitrag: Ulrike Königsberger-Ludwig, Landesrätin in der Niederösterreichischen Landesregierung, SPÖ; zuständig für Soziale Verwaltung, Gesundheit und Gleichstellung.

© Büro LRin Königsberger-Ludwig

„Die Pandemie hat uns deutlich vor Augen geführt, wie wichtig ein funktionierendes, solidarisches Gesundheitssystem mit entsprechenden Kapazitäten und einem Zugang für alle Menschen, die in Österreich leben, ist. Die Herausforderungen des letzten Jahres ließen jedoch andere Krankheiten im öffentlichen Bewusstsein in den Hintergrund geraten, obwohl die Krise auf diese durchaus Einfluss nahm. Deshalb ist es in der nächsten Zeit von besonderer Bedeutung, dass wir den Blick auch auf andere schwere Erkrankungen und vor allem auch auf die psychische Gesundheit richten und unsere Gesundheitsangebote dementsprechend aufstellen.“

Es darf in den kommenden Jahren keine Sparmaßnahmen im Gesundheitssystem geben

Beitrag: Birgit Gerstorfer, seit 2016 Sozial-Landesrätin in Oberösterreich und Vorsitzende der SPÖ Oberösterreich. Die mehrfache Mutter und Großmutter ist anerkannte Arbeitsmarkexpertin und leitete vor ihrem Einstieg in die Politik das AMS in Oberösterreich.

© Sebastian Philipp

Gesundheit ist Alles.
Die Corona-Krise hat uns gezeigt, wie wichtig Gesundheit ist und wie sehr ein Virus unser gewohntes Leben einschränken kann. Doch wir in Österreich haben Glück, denn wir haben ein sehr gut ausgebautes und finanziertes Gesundheitssystem – dessen sollten wir uns bewusst sein und darauf können wir auch stolz sein!
Für mich ist daher klar, dass es in den kommenden Jahren keine Sparmaßnahmen im Gesundheitssystem geben darf! Wir sind uns auch bewusst, dass Gesundheit von vielen verschiedenen Faktoren abhängt und dass wir nicht dann erst handeln dürfen, wenn uns keine andere Alternative mehr bleibt. Wir fordern daher den Ausbau sowie die Finanzierung von präventiven Gesundheitstherapien, die Sicherstellung von flächendeckender Gesundheitsversorgung durch den Ausbau von regionalen Gesundheitszentren sowie die sofortige Wiederherstellung repräsentativer Mehrheitsverhältnisse in der Österreichischen Gesundheitskasse!

Prävention ist die beste Vorsorge
Die konsequente und regelmäßige Vorsorge und Prävention ist die beste Begleitung für ein gesundes Leben. Das hilft allen Menschen, die einfach und unkompliziert kleine Probleme abklären und behandeln lassen können, bevor sie zu großen Schwierigkeiten werden. Um Prävention in Oberösterreich breit zu verankern und umzusetzen, braucht es den Ausbau des Angebots und eine Ausweitung der Kostenübernahmen. Gesundheit darf kein Luxus sein.

Wir garantieren die beste Versorgung für kranke Menschen
Egal ob in der Stadt oder am Land – wer krank ist verdient die beste Versorgung! Dafür brauchen wir den flächendeckenden Ausbau von regionalen Gesundheitszentren mit zentralen Gesundheitsberufen in ganz Oberösterreich. Durch die fächerübergreifende Zusammenarbeit bekommt jede Person die notwendige Behandlung, die sie braucht. Spitäler können so entlastet werden, da vieles in regionalen Gesundheitszentren als erste Anlaufstelle behandelt werden kann. So gelingt es uns auch, dass all jene, die eine Behandlung im Krankenhaus benötigen, diese auch zeitnahe ohne lange Wartezeiten bekommen.
Für uns als SPÖ in Oberösterreich ist auch klar, dass alle Menschen das Recht auf Gesundheit haben. Das ist derzeit jedoch nicht der Fall, Selbstständige und kleine Unternehmer*innen sind derzeit deutlich schlechter gestellt. Das wollen wir nicht länger hinnehmen!

Aus Prinzip: Solidarische Krankenversicherung und Gesundheitsvorsorge
Die Österreichische Gebietskrankenkasse wurde von arbeitenden Menschen im Bergbau gegründet, um sich gemeinsam gegen Gesundheitsrisiken am Arbeitsplatz zu schützen. Arbeitnehmer*innen waren deshalb immer in den relevanten Gremien vertreten, um bei zentralen Fragen mitbestimmen zu können. Das hat sich durch die Krankenkassenreform von Türkis-Blau im Jahr 2018 jedoch verändert und die Mehrheitsverhältnisse repräsentieren die Versicherten nicht mehr.
Wir können und wollen diese Machtverschiebung nicht hinnehmen! Die Gebietskrankenkasse wurde von arbeitenden Menschen für arbeitende Menschen gegründet und diese sollen auch entsprechend in den Entscheidungsprozess eingebunden werden!

Pflege braucht Liebe, Zeit und Geld
Den Ruhestand nach einem Leben voller Arbeit in Würde zu verbringen, muss für jeden Menschen möglich sein. Die Pflege unserer älteren Mitmenschen braucht viel Liebe, Zeit und Geld. Deswegen ist für uns klar: Pflegekräfte müssen so gut wie möglich unterstützt werden, um ihre wichtige Arbeit unter den besten Bedingungen machen zu können. Damit wird auch ein angemessener Lebensabend möglich in dem die Erfordernisse des Alters nicht die Schönheit des Lebens überdecken.

Garantiert in Würde Altern
Die älteren Menschen haben unsere Anerkennung verdient, die Sozialdemokratie will ihr Leben so angenehm wie möglich gestalten. Dabei stehen wir für einen Ausbau von der Alten- und Pflegeheime ebenso, wie eine Individualisierung der Betreuungsangebote durch flexible und mobile Angebote.

Pflege ist mehr wert!
Damit man sich bestmöglich um ältere Menschen kümmern kann, müssen die die Bedingungen stimmen. Die Pflege muss uns etwas wert sein. Die Verbesserung der Arbeitsbedingungen und eine Arbeitszeitverkürzung sind dabei die wichtigsten Hebel und gewährleisten eine bessere „Work-Life-Balance“. Menschen in Pflegeausbildungen sollen finanziell abgesichert und zusätzliche Ausbildungsmöglichkeiten geschaffen werden. Die Sozialdemokratie steht für eine gute Pflege für Alle.

Diskutiere mit!

Die Chance auf ein gesundes Leben und den Zugang zu einer hochwertigen Versorgung ist nicht gerecht verteilt. Welche gesundheitsfördernden Maßnahmen sind dringend geboten, um dieses Ungleichgewicht zu beheben? Gibt es Initiativen die Ihr besonders vor den Vorhang holen möchtet? Wir freuen uns auf eure Gedanken zum Thema „gesundheitliche Chancengleichheit“.