Die Säulen im türkisen Bau
Ein schlechter Finanzminister kann sich schlecht erinnern. An die Kurz-Chats und an die Schmid-SMS mit den vielen Herzeln und Bizeps-Emojis, an seinen Spendenwaschverein, an seine Parteibuchwirtschaft und an seine Rolle als zweitwichtigster Frosch im türkisen Sumpf.
Der Minister hat aber noch viel mehr vergessen: auf die 200 Millionen-Obergrenze beim Einkauf von Impfstoff, auf die rechtzeitige Finanzierung von Pflege und mehr Intensivmedizin, auf Budgets für kleine Betriebe und Theater.
Das, was der Finanzminister nicht falsch gemacht hat, hat er schlecht gemacht. Seine Bilanz ist schlicht und einfach verheerend. Seit wenigen Wochen ist er auch noch Beschuldigter im wichtigsten Ibiza-Verfahren. Damit steht eines fest: Er bleibt.
Der türkise Bau ruht auf ganz wenigen Säulen. Zwei davon heißen „Blümel“ und „Schmid“. Wenn sie einstürzen, bricht das System „Kurz“ zusammen. Darum darf der schwerstbelastete ÖBAG-Chef Schmid noch ein Jahr bleiben. Daher tritt Blümel nicht zurück.
Schmid, Blümel und Kurz sind jetzt nur noch mit sich beschäftigt. Als lahme Enten versuchen sie der WKStA davonzuwatscheln. Es wird Medien geben, die auch diesen Teil des Wegs mit Hurra-Rufen begleiten.
Wir berichten einfach weiter. Das ist für Schmid, Blümel und Kurz schlimm genug.








